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Ziallerns

Ziallerns ist ein kleiner Ort im Wangerland, im Landkreis Friesland. Auf der Straße "Tettenser Altendeich" (Landstraße 808), ca. 8 km auf der Strecke zwischen Jever und Carolinensiel geht der Ziallernser Weg rechts ab zum Wurtendorf Ziallerns. Dieser besondere Ort ist zudem ein Rundlingsdorf. Hier besteht eine Siedlungsform, bei denen die Höfe hufeisenförmig angeordnet sind. Aufgrund der Namensendung gilt Ziallerns als eine chaukische Siedlung. Da diese Siedlung auf einer Wurt (andere Bezeichnungen für Wurten sind auch Warften, Warfen, Wierden oder Wieden) liegt, handelt es sich um ein Wurtendorf - Näheres zu Wurten finden Sie hier.

Wegweiser zum Wurtendorf Ziallerns  Fahrradwegweiser auf der Landstraße an der Abzweigung zum Wurtendorf Ziallerns
Wegweiser am Abzweig auf der Landstraße zum Wurtendorf Ziallerns

Blick auf Ziallerns - von der L 808 kommend  Einfahrt zum Wurtendorf Ziallerns
Blick auf Ziallerns (von der Landstraße 808 kommend) und Ortseinfahrt

Im Ort gibt es ein Informationszentrum, wo Näheres zur Entstehung des Ortes sowie der Besiedlungsgeschichte zu erfahren ist. Das Informationszentrum dokumentiert anhand von Karten, Skizzen, Zeichnungen und historischen Fotos die Entwicklungsgeschichte.

Informationszentrum Ziallerns-9  Aufschrift auf der ür vom Informationszentrum  Weg vom Informationszentrum zur Trinkwasserstelle
Informationszentrum - in der Mitte Aufschriften auf der Eingangstür - rechts der Weg von der Trinkwasserstelle zum Informationszentrum

Warfen sind neben Deiche an der Nordseeküste künstlich von Menschenhand geschaffene Befestigungen gegen die Unbilden des Meeres, es sind Bauwerke gegen die Sturmflut, gegen hohes Wasser, wenn ungünstiges Wetter ist und eine besondere Stellung der Gestirne Sonne und Mond die Flut als ein Teil der Gezeiten höher als normal steigen oder aber Schneeschmelze und Regen die Flüsse überlaufen lassen. Warfen sind obertägig sichtbare elementare Bestandteile der Kulturlandschaft in der norddeutschen Küstenregion. Nach den Wurten entstanden als weitere Technik gegen die Flut und deren Folgen, etwa um die Zeit der ersten Jahrhundertwende, die Deiche. Nach der Errichtung der Deiche haben nur einige Wurtendörfer ihre alte Form beibehalten. Eines der noch heute erhaltenen Musterbeispiele für diese Siedlungsstruktur ist Ziallerns. Im norddeutschen Küstenraum gilt das kleine Dorf Ziallerns als die am besten erhaltene Wurtensiedlung.

Lageplan
Lageplan
Tafel am Informationszentrum abfotografiert und bearbeitet
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Die ältesten Siedlungsnachweise für diese Wurt stammen aus der Zeit um 100 vor Christus. Seinerzeit konnten die Menschen noch direkt auf dem Marschboden siedeln. Erst danach entstanden immer höher aufsteigende Fluten der nahen Nordsee mit Überflutungen, die starke Schäden anrichteten. In Folge dessen entwickelten die Bewohner neue Techniken zur Abwehr der Überflutungen. Es wurde den zerstörten Bereichen und Gebäuden Stallmist und Klei zugegeben. Diese verdichteten sich im Laufe der Zeit und es bildeten sich so kleine aufgeworfene Hügel. Diese künstlichen Hügel entwickelten sich durch weitere Aufschüttungen und Verdichtungen zu einem großen Hügel, der Wurt. Ziallerns ist ein Hügel von etwa fünf Meter Höhe, wofür schätzungsweise ca. 60.000 Kubikmeter Stallmist und Klei verwendet wurden.

Gehöft in Ziallerns  Weg zu einem Gehöft in Ziallerns
Wege zu einem Hof und einem Gebäude in Ziallerns

Gehöft in Ziallerns  Gehöft in Ziallerns
Höfe in Ziallerns

Ursprünglich waren acht Bauernhöfe auf der Wurt. Davon sind noch heute vier Gehöfte auf der Ostseite erhalten. Die anderen Höfe auf der Westseite wurden bis zum 19. Jahrhundert durch Wohnbauten einer nicht bäuerlichen Bevölkerung ersetzt. Die Versorgung der verbliebenen Bauernhöfe und der anderen Bevölkerung erfolgte durch kleine Handwerksbetriebe und Gemischtwarengeschäfte. Im Ort gab es im 19. Jahrhundert noch eine Brauerei, einen Schmied, einen Gastwirt, einen Schuhmacher, einen Weber und einige Zimmerleute. Umgeben wird die Wurt von einer Ringstraße, von der einzelne schmale Stichwege zur Ortsmitte verlaufen. In der Ortsmitte ist das ehemalige Arbeiterhaus Garlichs (7) zum Informationszentrum und Dorfgemeinschaftshaus umgebaut worden. Das Haus soll um 1800 als Kuhstall erbaut worden sein. In der Nähe befindet sich eine erhalten gebliebene ehemalige Süßwasserstelle. Hier, in der sogenannten Fething, wurde das Regenwasser gesammelt. Als Trinkwasser war es allerdings durch den Aufbau der Stelle u. a. aus Stallmist nicht zu nutzen. Trinkwasser wurde in besonderen Sammelbehältern aus dem Regenwasser gewonnen. Aufgrund des besonderen Aufbaues dieses Hügels versickerte das Wasser nicht sofort, sondern verblieb schwammartig an dieser Stelle. Seit 1937 steht Ziallerns unter Landschaftsschutz.

Tor zur Suesswasserstelle  Steg an der Suesswasserstelle  Rohrkolben an der Suesswasserstelle
Fotos von der Süßwasserstelle

Foto am Teich  Foto am Teich 2
Fotos von der Süßwasserstelle



externe Links:
(siehe Hinweis)

Warft

Wurten - Artikel in der Nordwestzeitung (Online) vom 20.03.2008

Ziallerns

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