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Zetel                        
 

Die heutige Gemeinde Zetel ist 1972 entstanden aus den bis dahin selbstständigen Gemeinden Zetel und Neuenburg.  Zetel ist bekannt als eines der reizvollsten Landstriche der norddeutschen Tiefebene und liegt im Südwesten vom Kreis Friesland, zusammen mit Bockhorn in der sogenannten "Friesischen Wehde". Wehde ist eine altniederdeutsche Bezeichnung für Wald.

Die Lage im Urlaubsgebiet der Friesischen Wehde ist auch eine Lage zwischen Urwald und Nordseeküste.

Mit Urwald ist der naturbelassene "Neuenburger Urwald" gemeint. Hier wird der Wald ohne menschliche Einflussnahme seiner natürlichen Entwicklung überlassen. So wird die empfindliche Waldlebensgemeinschaft besonders geschützt; kranke und tote Bäume werden nicht gefällt und entfernt. Hierdurch entsteht eine besondere Gefahr und so ist das Betreten dieser Waldbestände und der gesperrten Wege untersagt. Es gibt jedoch nicht gesperrte Wege, die auf eigene Gefahr begangen werden dürfen. Somit kann jeder Naturliebhaber Anteil nehmen an diesem besonderen Biotop.

Das Gemeindegebiet reicht im Nordosten bis zum Jadebusen und erstreckt sich von dort in südwestlicher Richtung bis zu den angrenzenden Landkreisen Leer, Wittmund und Ammerland. Auch die Gemeinde Zetel  hat einen Küstenabschnitt. Im Ortsteil Idagroden beträgt die Deichlinie ganze 800 m. Auf jeden Einwohner entfallen damit statistisch gesehen ca. 6,8 cm Küste

Zetel hat 15 weitere Ortschaften:

Astede, Astederfeld, Bohlenberge, Bohlenbergerfeld, Collstede, Driefel, Ellens, Fuhrenkamp, Neuenburg, Neuenburgerfeld, Ruttel, Ruttelerfeld, Spolsen, Schweinebrück, Klein Schweinebrück.

In Zetel findet alljährlich im November der traditionelle "Zeteler Markt" statt. Es ist der älteste und bekannteste Jahrmarkt im Oldenburger Land und in Ostfriesland, mit Vieh- und Pferdemarkt, Showveranstaltungen und Feuerwerk. Auf dem Zeteler Markt wird die Grünkohl-Saison eröffnet. Es wird gesagt, dass Grünkohl am besten, schmeckt wenn er nach dem ersten Frost geerntet wird.

Die Geschichte von Zetel:
Die erste Erwähnung Zetels (damals Sethle) stammt aus einer päpstlichen Urkunde vom Jahr 1423. Die Landschaft war jedoch schon vorher besiedelt. Das älteste, noch vorhandene Gebäude im Ort ist die St.-Martins Kirche, die im Jahr 1249 fertig gestellt wurde. Bei Arbeiten an der Kirche vor einigen Jahren wurden Reste einer früheren Kapelle gefunden. Zahlreiche Grabfunde deuten auf eine Besiedelung bereits in der Steinzeit. Eine erste bäuerliche Siedlung der germanischen Chauken wird auf das Jahr um 250 n. Chr. geschätzt. Zetel erscheint auch in einer Abtretungserklärung des Häuptlings Sibet Papinga von Rüstringen an den Grafen Dietrich von Oldenburg als "Kerspel to Zetele" im Jahre 1428. Im Jahr 1475 geriet der Sohn des Grafen Gerd von Oldenburg in ostfriesische Gefangenschaft. Er wurde sechs 6 Jahre später wieder freigelassen. Der Graf trat als Gegenleistung und Preis Zetel an Ostfriesland ab. Am 3. Dezember 1517 schlossen Herzog Heinrich von Braunschweig-Lüneburg und Graf Johann V. von Oldenburg mit dem Grafen Etzard von Ostfriesland den sogenannten Zeteler Frieden, wobei Zetel, Driefel und Schweinebrück endgültig zu Oldenburg kamen. Das Dorf Zetel lag seinerzeit als Langstraßensiedlung am Südrand des Zeteler Eschs mit der Kirche St. Martin in der Mitte zwischen dem älteren Westerende und dem jüngeren Osterende.

Zetel liegt auf einem ca. 15 Meter hohen Geestrücken und ist dadurch nie von Sturmfluten heim gesucht worden. Allerdings gab es Wassereinbrüche am Ortsrand und in nördlichen Ortsteilen. Ellens war so im 15. Jahrhundert zur Insel geworden und erst mit dem Bau des Ellenser Dammes (Fertigstellung im Jahr 1615) wieder auf dem Landweg erreichbar. Der Damm wurde aus strategischen Gründen gebaut, weil durch die Wassereinbrüche das zum Oldenburger Land gehörende Jeverland nur noch mit dem Schiff oder über das verfeindete Ostfriesland erreichbar war.

Durch geschicktes Taktieren der Oldenburger Grafen blieb Zetel im dreißigjährigen Krieg weitgehend verschont. 1807 geriet der Ort jedoch wiederum in fremde Hände, als Napoleon Norddeutschland besetzte. Danach verlief die weitere Geschichte bis zum Zweiten Weltkrieg relativ ruhig. Im Zuge der Industrialisierung entstand in Zetel und den umliegenden Gemeinden aufgrund des Lehmbodens eine ausgeprägte Klinkerindustrie. Es siedelten sich auch viele Webereien und Textilfabriken an. Erst durch starke Konkurrenz aus Fernost im letzten Jahrhundert verschwanden diese wieder. Im Jahr 1894 bekam Zetel einen Eisenbahnnetzanschluss und im Jahr 1896 die seinerzeit noch eigenständige Gemeinde Neuenburg. Bedingt durch den zunehmenden Individualverkehr wurde 1954 durch das Sinken der Fahrgastzahlen die Bahnstrecke Neuenburg - Zetel - Bockhorn - Varel 1954 stillgelegt. Im Rahmen der Gebietsreform von 1972 sind die bis dahin eigenständigen Gemeinden Zetel und Neuenburg zur Gemeinde Zetel zusammengelegt worden. Zwischenzeitlich wurde durch die niedersächsische Verwaltungs- und Gebietsreform (1977 bis 1980) die Gemeinde dem benachbarten Landkreis Ammerland zugesprochen. Dieses wurde vom Niedersächsischen Staatsgerichtshof für verfassungswidrig erklärt und wieder rückgängig gemacht.

Im Ersten Weltkrieg wurden in Zetel keine Schäden angerichtet, jedoch kam es am Ende des Zweiten Weltkrieges vermehrt zu Opfern unter der Zivilbevölkerung. Einige Kilometer westlich Zetels befanden sich Flakstellungen, ein Militärflugplatz und ein Munitionslager. Wilhelmshaven war nah und als bedeutender Marinestützpunkt ein wichtiges strategisches Ziel. So wurde auch Zetel öfter von Bomben getroffen und etliche Häuser im Gemeindegebiet wurden zerstört und es wurde Leben vernichtet. 

Zetel-Kreuzung-Ortbuehl-Rathaus  Zetel-Kreuzung-Ortbuehl-Deutsches-Haus
links: Rathaus Zetel, Kreuzung Ohrbült gegenüber vom Rathaus, rechts: Gaststätte Deutsche Haus, Ohrbült (siehe Kamera)

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Blick in die Neuenburger Straße, hinter dem Deutschen Haus: Ortsbühl


Friesische Wehde

Neuenburg

Neuenburger Schloss

Neuenburg-Kunst im Schlosspark

Neuenburger Urwald

Neuenburger Weihnachtsmarkt

Kamera: Blick auf die Gaststätte Deutsches Haus

Radtouren

Rutteler Mühle

Wanderwege

externe Links:
(siehe Hinweis)
     
Zetel in Zahlen
Gemeinde Zetel
Niederdeutsches Theater Neuenburg e.V.
Zeteler Markt
Urlaubsgebiet Friesische Wehde


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