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Vareler Hafen
 

Varel war ursprünglich kein Küstenort. Durch große Sturmfluten in den Jahren 1219 und 1511 änderte sich das. Im Jahr 1733 wurde dann ein Siel mit einem Abschnitt vor dem Deich gebaut. Dieser Abschnitt diente als Anlegestelle für Schiffe. Ein Siel ist ein Tor im Deich, welches ein durchführendes Gewässer verschließen kann. In Marschgegenden, wie hier in Friesland und eben in Varel, wird es als Teil eines Entwässerungssystems für das hinter dem Deich liegende Binnenland genutzt. Der Schiffsverkehr entwickelte sich vorerst langsam, Varel war bisher hauptsächlich ein Bauern- und Fischerdorf. Mitte des 19. Jahrhunderts, mit Beginn des industriellen Wachstums, entwickelte sich der Binnenhafen zur Blüte. Es wurden englische Rohstoffe wie Roheisen, Koks und Baumwolle und aus dem Ostseeraum Getreide und Holz eingeführt. Ausgeführt wurden aus der Vareler Industrie Stabeisen und Ziegelsteine. Daneben wurden auch Kaffee, Tabak, Tran, Zucker und Vieh umgeschlagen. Der Vareler Hafen war damals der größte deutsche Amerika-Hafen. Was viele vielleicht nicht mehr wissen, dass Land Oldenburg hatte als erstes deutsches Land ein Handelsabkommen mit den Vereinigten Staaten geschlossen. Bedeutungslos wurde diese Küstenschifffahrt mit Beginn der Großschifffahrt. Aufgrund deren Tiefganges war die Fahrt nur bis zur Flussmündung möglich.  Die Einfahrt in den Hafen erfolgt heute über das Vareler Tief durch eine Schleuse, gleich daneben ist das Siel. Die Vareler Schleuse ist eigentlich nur ein Deichdurchlass. Nur bei ebengleichen Wasserstand, also bei Flut, wenn vor und hinter der Schleuse der gleiche Wasserspiegel besteht, können die Tore geöffnet werden. Der Seeweg führt vom Hafen über einen Priggenweg im Wattenmeer des Jadebusens zum Tonnenweg nach Wilhelmshaven und von dort in die Nordsee.1977 wurde die neue Kammerschleuse am Vareler Hafen (Wilhelm-Kammann-Schleuse) und das neue Vareler Siel in Betrieb genommen. Im 20. Jahrhundert führten technische Erneuerungen, fortschreitende Motorisierung, Autobahnbau und eine Verlagerung von Industrien zu einem stetig sinkenden Umschlag.

Südlich vom Vareler Tief befand sich die Festungsstadt "Christiansburg". Im Jahr 1680 kam die Herrschaft Varel unter dänische Zwangsverwaltung. Da der einzige männliche Erbe, Anton II. von Aldenburg, erst sieben Monate nach dem Tod seines Vaters geboren wurde, erschien dem dänischen König Christian V. wohl die Gelegenheit günstig, um seine Hand nach der Herrschaft Varel auszustrecken. Der 1681 begonnene Bau der Christiansburg an der Vareler Anlegestelle am Jadebusen unterstrich dieses Ansinnen. Wegen der zunehmenden Verschlickung des Hafens wurde die Anlage bereits 1696 geschleift. Heute erinnern noch einige Erdwälle am Vareler Hafen an dieses Unternehmen.

Der Vareler Hafen ist tideunabhängig und zeigt sich als Freizeit- und Erlebnismeile mit maritimer Stimmung. Die Industrie und das Gewerbe, hafentypische Anlagen, Restaurants, Sportboote und Yachten bilden ein buntes Bild vom Vareler Hafen. Eine Attraktion ist das Kuriositäten-Museum „Spijöök", ein Erlebnismuseum für Mythen und Seemannslegenden.

Am Vareler Hafen führen der Nordsea-Cycle-Radweg und die Tour de Fries entlang.



um 1100            Varel liegt weit im Binnenland an den seewärts gerichteten Wasserläufen  
                            Jade und Wapel
      1154            Julianflut (1. Jadeeinbruch)
      1334            Clemensflut mit erheblichen Deicheinbrüchen im Raum Varel-Dangast
      1492            Vermutlich erste Anlegestelle    
      1362             Marcellusflut (Große Manntränke) erstes Stadium des Jadebusens
      1511             Antoniflut, größte Ausdehnung des Jadebusens bis Moorhausen,
                            Steinhausen und Neustadtgödens
      1566             Bau der ersten Deichlinie (teilweise Grodenchaussee,
                            Neuwangerooger Str.)
                            VarelerHafen1566-1660
                                            Vareler Hafen 1566-1660

       1595             Erste Erwähnung des Vareler Sieles
       1681             König Christian V. von Dänemark baut als Landesherr die Christiansburg
                             als Verteidigungswerk am Vareler Hafen
       1691             Ein neues Siel wird gebaut
       1696             Die Christiansburg wird abgebrochen
       1733             Bau einer Lösch- und Ladebrücke am Vareler Siel
                             VarelerHafen1733-1846
                                            Vareler Hafen 1733-1846

       1805             Der Hafen gewinnt an Bedeutung – aus London laufen 85 Schiffe
                             Varel an, Hamburg nur 41 Schiffe
       1806-1813   Napoleon bringt Varel unter holländische und französische Herrschaft.
                             Varel und Kniphausen sind von der ihm verhängten Kontinentalsperre
                             nicht betroffen
       1844             Varel ist wichtigster Seehafen im Oldenburger Land. Einfuhr von
                             Baumwolle, Tabak, Gewürzen, Roheisen, Kohle. Entwicklung einer
                             blühenden Industrie
        1846            Bau einer Sielschleuse
        1852            Bau des heutigen Vareler Hafens
        1855            Einrichtung des Hauptzollamtes
        1856            Gründung der Jade-Dampfschifffahrts-Gesellschaft AG, Einrichtung einer
                             wöchentlichen Dampferverbindung Varel-London
        1857            Varel verzeichnet 634 Schiffsbewegungen, mehr als der Hamburger Hafen
        1870-1873  Bau der heutigen Deichlinie Varel-Dangast
        1877-1922  Leuchtturm Varel
        1883-1896  Bau der Hafenbahn
        1895-1968  Zwei Ziegeleien am Vareler Hafen
        1926-1932  16 Fischereibetriebe am Vareler Hafen
        1950            Varel ist immer noch bedeutender Fischerei- und Schwerguthafen
        1977            Bau einer neuen Kammerschleuse (Wilhelm-Kamman-Schleuse), passierbar
                             für 1000 Tonnen Europaschiffe und Bau eines neuen Sieles

        1987            Muschelmühlen am Vareler Hafen stellen ihre Tätigkeit ein
        1988            Die Hafenbahn wird aufgelöst
                             VarelerHafen1992
                                            Vareler Hafen 1992

Fotos vom Vareler Hafen - Mitte Dezember 2007

Vareler Hafen  Vareler Hafen
Am Hafen - Ecke Kohlhofsweg
Vareler Hafen  VarelerHafen
Entlang zur Hafeneinfahrt auf dem Kohlhofsweg
Vareler Hafen   Vareler Hafen
Entlang zur Hafeneinfahrt auf dem Kohlhofsweg
Vareler Hafen   Vareler Hafen
Vor der Hafeneinfahrt, im Vareler Tief
Vareler Hafen   Vareler Hafen
Vareler Tief, links mit dem Bootshafen und rechts mit der Schleuse
Vareler Hafen   Vareler Hafen
links: das Siel, rechts: die Wilhelm-Kamman-Schleuse und Hafeneinfahrt
Vareler Hafen Eismann oder Eisfrau
Kunst am Hafen von Eckart Grenzer (Oldenburg):
Relikte der Eiszeit
Drei Findlinge aus der Region Eismann/-frau
auf Wurt gesetzt
2003
Dangast



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