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| Redjeve
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| Der Name ist eine alte friesische Bezeichnung für einen Richter, eine neutrale Person, die unparteiisch Recht sprechen soll, also ein Rechtsprecher. Diese Richter gab es in den Frieslanden seit dem 12. Jahrhundert. Sie sind die Vorläufer der in Ostfriesland bezeichneten Hovetlinge – Häuptlinge. Im Jeverland sind als Häuptlinge insbesondere Edo Wiemken der Jüngere und Ältere zu nennen. Die Richter oder „Redjeven“ (lat. consules) erhielten ihre öffentlichen Ämter durch jährliche Wahlen. ![]() Die drei Frieslande, nach über 1000 Jahren mit eigener, alter Sprache noch in ihren Stammessitzen Entstehungegeschichte: Die Friesen siedelten im frühen Mittelalter in losen Stammesverbänden und hatten keine dauerhafte zentrale Herrschaft. Das Gebiet erstreckte sich entlang der Nordseeküste von der Rheinmündung in den heutigen Niederlanden nordostwärts bis hinauf an den Fluss Vidå im südöstlichen Dänemark. In der Zeit um ca. 500 bis 734 n. Chr., also nach dem Ende der Völkerwanderungen, gab es jedoch ein friesisches Reich mit der Bezeichnung „Frisia Magna“. Es handelte sich dabei um die größte Ausbreitung des friesischen Territoriums. Pippin der Mittlere eroberte 690 bis 695 das westliche Friesland und ermöglichte damit die dortige Christianisierung. Die fränkische Herrschaft war nicht durchgängig, sie ging einige Male verloren. Ab 749 wurde der westliche Teil vom damaligen Friesland von dem Fränkischen König Karl Martell (Großvater von Karl dem Großen) und seinen Nachfolgern auf längere Dauer eingenommen. So wurde es im fränkischen Reich eine fränkische Grafschaft. Karl der Große eroberte dann 785 das ganze Friesland. Er betrieb eine Politik, die den einzelnen Stämmen eine gewisse Eigenständigkeit beließ und er forderte die überlieferten Stammesgesetze aufzuzeichnen. Das geschah in der Zeit zum Ende des 8. Jahrhunderts. Damit wurde auch die Lex Frisionum, das alte Gesetz der Friesen, festgehalten. Es handelte sich um ein Strafgesetzbuch, welches für eine bestimmte Straftat ein bestimmtes Maß an Strafe, in der Regel in Form einer Geldsumme, festlegte. Die Friesen waren heidnisch und besaßen keine Schrift oder verwendeten keine Schrift. So begann erst mit der Christianisierung die Zeit von schriftlichen Aufzeichnungen. Die Lex Frisionum ist die einzige Quelle Frieslands aus dem frühen Mittelalter und weltweit eine der wenigen schriftlichen Quellen aus diesem Zeitalter. In der Zeit um 845 kam Friesland aufgrund innerer Schwäche des Frankenreiches unter normannische Herrschaft und wurde von dänischen Lehnsherren regiert. Die Friesen jedoch vertrieben in der Regierungszeit von Karl der Dicke (876 bis 888) die Normannen und erhielten von ihm als Anerkennung und Dank besondere Freiheitsrechte. Es sind Rechte, die besagen, dass ein Friese keinen Herren außer den Kaiser über sich zu haben hat. Diese Friesische Freiheit (friesisch Fryske frijheid) geht zudem auf eine friesische Sage zurück. Es wird von einem freien Friesen (Liber Friso) und seinen Weggefährten berichtet, die siegreich im 9. Jahrhundert aus Italien in die Heimat zurückkehrten. In Italien hatten diese Friesen für ihren König Karl mit List und Löwenmut unerwartet die Römer besiegt. Karl verlieh diese Rechte den Friesen nach der Vertreibung der Normannen im Jahr 885. So entstand die Begründung für den Ursprung der Friesischen Freiheit. Die fränkische Lehensherrschaft endete 1217. Bedingt durch die lange Fremdbestimmung gab es keinen Adel mehr. Die Freien Friesen organisierten sich nun in genossenschaftsähnlichen Landesgemeinden, in der generell jedes Mitglied gleichberechtigt war. Es galt für alle Eigentümer von Hofstellen und zugehörigem Land im jeweiligen Ort oder Kirchspiel. Zudem gründete sich für das Erledigen von öffentlichen Aufgaben das demokratische System von gewählten Volksvertretern, den Redjeven. Es waren Vertreter eines durch die Christianisierung entstandenen Kirchensprengels oder Ortes. Sie kamen häufig aus der Schicht der Asegas, der Dorfschulze oder Ältesten und wurden im Allgemeinen für ein Jahr - ausgestattet mit politischer und militärischer Verfügungsgewalt - gewählt. Tatsächlich wurden die Ämter auch oft mit Mitgliedern aus den großen und reichen Familien besetzt. Statussymbole waren Steinhäuser als Vorläufer der späteren Häuptlingsburgen und eigene kleine Söldnerheere. ![]() links: Friesland zum Anfang des 13. Jahrhunderts, rechts: Das Siedlungs- und Sprachgebiet der Friesen Fotos: Temmo Bosse/GNU-Lizenz für freie Dokumentation, Version 1.2 Nun kamen einmal im Jahr diese Redjeven an der Thingstätte Upstalsboom, in der Nähe der heutigen Stadt Aurich, zusammen. Thing kommt aus dem Germanischen und bezeichnet eine historische Stätte, an der Volks- und Gerichtsversammlungen stattgefunden haben. Dort wurden gemeinsames Recht für alle Friesen gesprochen und außenpolitische Angelegenheiten geregelt. Die öffentliche Ordnung ging durch vielerlei Krisen, wie Sturmfluten, Seuchen, Hungersnöte und mangelnder wirtschaftlicher Absatz zur Mitte des 14.Jahrhunderts verloren. Dadurch und durch eine Verfestigung der Macht der Richter begann die Zeit des ostfriesischen Häuptlingswesens. Die demokratische Idee verlor sich und die Häuptlinge verstanden sich als Besitzer ihrer Familiendynastie und leiteten nun nicht mehr ihre Autorität vom Willen ihrer Untergebenen ab. Die Verfassung der Redjeven zerfiel. Die Friesische Freiheit endete endgültig im Jahr 1498, als der römisch-deutsche König und spätere Kaiser Maximilian I. dem Herzog Albrecht von Sachsen im Tausch für ein Darlehen in Höhe von 300.000 Gulden mit Friesland belehnt. Eine Zeit der politischen Zersplitterung und Abhängigkeit folgte und Friesland ordnete sich neu. Es entstanden kleinere politische Einheiten, wie Butjadingen, Stadland oder auch Bant, heute ein Stadtbereich von Wilhelmshaven.
Geschichtszahlen Jever und Jeverland Unterschiede Friesland, Ostfriesland, Ost-Friesland |
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