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| Das Pöttkenmeer (dieser Artikel wurde uns freundlicherweise vom Fachbereich Bautechnik/Umwelt der Stadt Schortens zur Verfügung gestellt) |
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Ein Naturparadies aus zweiter Hand Die Ursprünge Südlich des jetzigen Pöttkenmeeres lag früher eine flache, feuchte Niederung, das sogenannte “Kattenmeer.“ Mit der Inbetriebnahme des Wasserwerkes Wilhelmshaven in der zweiten Hälfte des letzten Jahrhunderts sank der Grundwasserspiegel in den gesamten Gebiet sehr stark ab, so dass die dort vorhandenen Gewässer trocken fielen. In den 50er Jahren wurde im Bereich des heutigen Pöttkenmeeres und der Wilhelmshavener Sandkuhlen bis zu einer Tiefe von 1 m unter der ursprünglichen Bodenoberfläche Sand abgebaut. Die Flächen wurden anschließend landwirtschaftlich genutzt. Ende der 60er Jahre wurden die Brunnen des Wasserwerkes vertieft. Der dadurch wieder ansteigende Grundwasserspiegel führte zu einer Überflutung der bis dahin genutzen Flächen. Seitdem wurden sie sich selbst überlassen. Es entwickelte sich ein sogenanntes Sekundärbiotop. Schutzstatus Das Feuchtgebiet “Pöttkenmeer“ wurde im Juni 1983 als Landschaftsschutzgebiet ausgewiesen. Schutzzweck ist die Erhaltung und Sicherung des Biotops für Amphibien, der entsprechenden Vegetation und der Brut- und Rastplätze für andere Arten. Um eine natürliche Entwicklung der unterschiedlichen Standorte zu fördern wurden zahlreiche pflegerische Schutzmaßnahmen von der Stadt Schortens in Zusammenarbeit mit dem Landkreis Friesland entwickelt. Pöttkenmeer Heute wird ein 15 m breiter Schutzstreifen im Bereich des angrenzenden Grünlandes weiterhin beweidet, jedoch nicht mehr gedüngt. Im östlichen Teil wurde zum angrenzenden Ackerland ein Graben ausgehoben und auf dem Schutzstreifen eine Feldhecke gepflanzt. Graben und Hecke sollen Einträge von Nährstoffen und Pestiziden in das Kerngebiet verhindern. Das Gewässer wird als solches sich selbst überlassen, so dass sich eine umfangreiche Verlandungszone, die größtenteils von Röhrichtgesellschaften eingenommen wird, entwickelte. Längerfristig wird es verlanden. Was kann hier beobachtet werden? Im Bereich des Sumpfes können wir die folgenden Pflanzenarten beobachten: Breitblättriger und
schmalblättriger
Rohrkolben, Flechtbinse, Der Verlandungsgürtel und die Uferzone des Pöttkenmeeres dienen zahlreichen Wasservögeln als Brutgebiet wie z. B.: Haubentaucher,
Höckerschwan,
Stockente,
Teichhuhn, Außerdem wird das Pöttkenmeer als Rastplatz und Nahrungsbiotop genutzt. Beobachten kann man u. a. Flußuferläufer,
Bekassine,
Grünschenkel, Rotschenkel,
Tafelente, Libellen sind die auffälligsten an das Wasser gebundenen Insekten. Am Pöttkenmeer halten sich mehrere Libellenarten auf: Große Pechlibelle,
Becherazurjungfer,
Hufeisenazurjungfer, Im Bereich der Wilhelmshavener Sandkuhlen können wir zusätzlich folgende Arten beobachten: Wasserpfeffer, Nickender Zweizahn,
Dreiteiliger, Zweizahn, Acker beim Kattenmeer Die südlich des Pöttkenmeer gelegene ehemalige Ackerfläche wurde der natürlichen Besiedlung überlassen. Um die durch die Nutzung eingetragenen Nährstoffe zu reduzieren, wurde der Mutterboden teilweise abgeschoben und der darunter liegende magere Sand freigelegt und mit kleinen Wällen und Senken versehen. Durch die Umwandlung zur Brache entsteht ein Beobachtungsgebiet für die natürliche Sukzession (zeitliche Abfolge von Arten bzw. Lebensgemeinschaften) aufgelassener Ackerflächen; gleichzeitig eine Oase für selten gewordene Ackerwildkräuter, die andernnortes chemisch oder mechanisch unterdrückt bis ausgerottet werden. So konnten 1991 bei einer Untersuchung 38, im folgenden Jahr 54 verschiedene Pflanzenarten festgestellt werden. Was kann hier beobachtet werden? Ins Auge fallen: Wiesenmargerite, Saatwucherblume,
Natterkopf,
verschiedene Diese Vielfalt an Pflanzen zieht selbstverständlich Insekten an. Beispielhaft seien hier Schmetterlinge, Schwebfliegen sowie Solitärbienen und -wespen genannt. Durch die Sandfreilegung wurden bessere Lebensbedingungen für die Knoblauch- und Kreuzkröte geschaffen. Beide Arten lieben nämlich offene, weiche, sandige Böden, in die sie sich tagsüber eingraben können. Für die Fortpflanzung benötigen sie flache Seen, für die Ernährung Insekten, Regenwürmer und kleine Nacktschnecken. Beide Amphibienarten gelten nicht nur nach der Roten Liste“ Niedersachsens, sondern auch bundesweit als gefährdet. Sie wurden seit langem im Wasserwerksgelände beobachtet - ihr Fortbestand war dort jedoch fraglich, weil es an offenen Sandflächen fehlte. Drei Seiten dieses Geländes werden durch Wallhecken begrenzt. Sie reichen Vögeln Brut- und Lebensraum; z.B.: Ringeltaube, Feldlerche, Baumpieper,
Zaunkönig, Heckenbraunelle, Wer Glück hat kann dort auch einen Marder oder ein Wiesel sehen. Verhaltensregeln Damit wir alle Tiere und Pflanzen in diesem Gebiet erhalten und auch in Zukunft beobachten können, müssen wir uns als Menschen etwas beschränken: Bitte nur die vorhandenen Spazierwege benutzen und von dort aus das Geschehen beobachten. Auf keinen Fall das Pöttkenmeer umrunden, da dadurch der Bruterfolg der im Schilf nistenden Vögel stark gefährdet wird. Nicht in die Sumpfbereiche eindringen, auch wenn diese trockengefallen sind. Auf dem brachgefallenen Acker ist es erlaubt, nach Tieren und Pflanzen zu schauen, aber bitte nichts zerstören oder abpflücken. Auch andere Leute möchten sich an den Blumen dort erfreuen. Bitte keinen Untat - auch Gartenabfall gehört dazu - im Gebiet ablagern. Eine Dose z.B. kann zur tödlichen Falle für eine Spitzmaus werden. Hunde sollten bei Fuß gehalten werden. Das
nördlich
von Grafschaft
gelegene Landschaftsschutzgebiet
“Pöttkenmeer“
umfaßt auf einer Fläche von ca.
40 ha Wasserflächen, Hecken Weidenbruchwald und trockene
Sandstandorte.
Angrenzend an das Wassserschutzgebiet Feldhausen bietet es zahlreichen
Tieren
und Pflanzen einen Lebensraum. |
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Fotos vom
Naturschutzgebiet Pöttkenmeer
![]() links: See im
Naturschutzgebiet Pöttkenmeer, rechts: Baumstumpf
im Wasser-im Vordergrund Kaulquappen
![]() links
und rechts: See mit Seerosen im Naturschutzgebiet
Pöttkenmeer
![]() links: einer von den
sich selbst überlassenen Seen im Naturschutzgebiet
Pöttkenmeer, rechts:
See im Naturschutzgebiet Pöttkenmeer-im Hintergrund ein Graureiher und eine Stockente
Moorland |
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