zur Startseite


 
Eilhard Mitscherlich                  
           

Eilhard Mitscherlich wurde am 7.Januar 1794 in Neuende als Sohn eines Pastors geboren und starb am 28.August 1863 in Berlin-Schöneberg. Der Ort Neuende war früher ein idyllisches jeverländisches Dorf und ist heute ein Teil von Wilhelmshaven und liegt mitten in der Stadt. Neuende ist ein mittelalterliches Kirchspiel und durch Eindeichungen entstanden.

Mitscherlich war ein bedeutender Chemiker und Mineraloge, er  war der Entdecker der Isomorphie und Polymorphie der Stoffe (Benzol u. Selen). Seine Entdeckung des Iso-und des Polymorphismus, seine Arbeiten zur Katalyse, seine Erforschung des Benzols und vieler Benzolderivate, seine Untersuchung zur Ätherbildung und zur alkoholischen Gärung gehören zu den wahrhaft grundlegenden Leistungen klassischer Chemie.


Eilhard Mitscherlich besuchte das Mariengymnasium in Jever und war u. a. Schüler von Friedrich Christoph Schlosser. Dieser weckte in ihm das Interesse für die geisteswissenschaftlichen Fächer Geschichte und orientalische Sprachen. Mit 17 Jahren verließ er das Jeverland und ging zum Studium der Geschichte und Orientalistik nach Heidelberg. Zwei Jahre später zog er nach Paris und hoffte an der Sorbonne bessere Studienbedingungen vorzufinden. Eine andere Gelegenheit bot sich ihm, als Napoleon I. eine Gesandschaft nach Persien schickte. Er sollte daran teilnehmen und hätte so vor Ort seine Sprachstudien fortsetzen können. Durch den Zusammenbruch des Kaiserreiches wurde das jedoch hinfällig. Er begann ab 1814 in Göttingen ein Medizinstudium und hoffte damit bessere Möglichkeiten zu erhalten für Sprachstudien in den Orient  zu kommen. Es kam jedoch anders. Die chemischen Forschungen haben ihn so fasziniert, dass er seine Sprachstudien und das Medizinstudium aufgab. Er erwarb jedoch noch im Jahr 1814 seinen Doktortitel an der Universität Göttingen im Fach Orientalische Sprachen (Persisch). Noch im gleichen Jahr ging er nach Berlin. Kurze Zeit später erhielt er ein Stipendium für ein zweijähriges Studium in Stockholm. Fürsprecher war der schwedische Chemiker Jöns Jacob Berzelius, der dort sein Lehrer war. 1821 kehrte er nach Berlin zurück und wurde zum Professor für Chemie an der Friedrich-Wilhelm-Unversität (heute Humboldt-Universität) berufen. Er wurde fast gleichzeitig Mitglied in der Königlich-Preußischen Akademie der Wissenschaften. Später erhielt er noch die Berufung zum Professor für Physik und Chemie an der Militärakademie in Berlin. In den Jahren 1854/55 war Mitscherlich Rektor der Friedrich-Wilhelm-Universität. Es gibt im Deutschen Museum aus seinem Nachlass eine Sammlung seiner regen Korrespondenz, u. a. mit Jöns Jacob Berzelius und Alexander von Humboldt. Er starb an einem Herzleiden.

Eilhard Mitscherlich ist der Vater von Gustav Alfred Mitscherlich (Prof. für Chirurgie) und von Alexander Mitscherlich (Prof. für Chemie) und der Großvater von Eilhard Alfred Mitscherlich. (Prof. für Agrarwissenschaften) und der Urgroßvater des Psychoanalytikers Alexander Mitscherlich.

Bild von Eilhard Mitscherlich  Standbild, vor dem-Mittelrisalit des Ostflügels der Humboldt Universität Berlin
links: ein Bild von Eilhard Mitscherlich als Professor (Foto von http://portrait.kaar.at)
rechts: ein Bronzedenkmal, das seit 1919 in der Mitte vor dem Ostflügel der Humboldt Universität
in Berlin steht, es wurde 1894 hinter dem Hauptgebäude enthüllt und ist von dem
Bildhauer Carl Ferdinand Hartzer geschaffen worden.


altes Denkmal bis 1956  Gedenkstein in Jever
links: Foto vom ursprünglichen Denkmal in Jever
rechts: ein Gedenkstein in der St.Annenstraße/Ecke Elisabethufer, welcher in den Jahren von 1964 bis 2006
als Ersatz für ein Standbild stand,
welches die Familie Mitscherlich der Stadt Jever
im Jahr 1896 geschenkt hat, das alte Standbild war verwittert und wurde 1954 entfernt.

       
Denkmal-Eilhard-Mitscherlich-Jever  Tafel-an-dem-Denkmal-Eilhard-Mitscherlich-Jever
Mittlerweile steht dort seit dem 06. September 2006 ein neues Standbild, erbaut nach Vorlage des
Berliner Standbildes von dem polnischen Künstler Gerard Grzywaczyk aus Kattowitz.

Der mittlere Teil des Sockel stammt aus dem alten Denkmal, die Stufen und die
Postamentabdeckung wurden neu vom Steinmetz Hülskötter aus Jever angefertigt.


Den Mantel hat Mitscherlich über die Schulter gelegt und die linke Hand in der Hüfte abgestützt. In seiner rechten Hand soll einmal ein Feldspatkristall gewesen sein, als Zeichen für seine wissenschaftlichen Forschungen zur Isomorphie der Kristalle. Diese lebensechte Darstellungsweise erweckt den Anschein, als erläutere Mitscherlich dem Betrachter in einem persönlichen Gespräch seine wissenschaftlichen Ergebnisse. Als Merkmal der damaligen Zeit für Darstellungen von Gelehrten ist ein Stapel Bücher der Standfigur beigefügt.

Mitscherlichstr. in Jever
Mitscherlichstraße (Ecke Auf der Dreesche) in Jever

Ehrengrabstelle-auf-dem-Friedhof-Alter-St-Matthaeus-Kirchhof-in-Berlin-Schoeneberg
     Das Grab der Familie Mitscherlich auf dem Friedhof der Evangelischen
      Kirchengemeinde Zwölf Apostel: Alter St.-Matthäus-Kirchhof
  Berlin-Schöneberg, Großgörschenstraße 12-14, hier ein Lageplan

Wenn Sie einmal Gelegenheit haben, gehen Sie selber auf diesen Friedhof, ein Ort der Ruhe und Beschaulichkeit, z. B. auch um im Alltag mitten in der großen Stadt Berlin inne zu halten. Hier sind einige Persönlichkeiten (siehe Lageplan) begraben und interessante Grabmale und Gräber anzuschauen , u. A. von den Märchenerzählern und -schreibern Gebrüder Grimm, die fast schon monumentale Familiengrabstätte vom Bankier Hansemann, die Gräber der Frauenrechtlerin und Pädagogin Minna Cauer, des Pädagogen Diesterweg oder auch des Mediziners und Politikers Prof. Dr. Virchow  - siehe Anfahrtskizze.

Der Friedhof liegt nahe am U- und S-Bahnhof Yorckstr. und am S-Bahnhof Großgörschenstr. - Näheres bei der BVG und S-Bahn.

Literatur
Hans Werner Schütt:
Eilhard Mitscherlich, Baumeister am Fundament der Chemie


externe Links:
(siehe Hinweis)


Friedhof der Evangelischen Kirchengemeinde Zwölf Apostel
Friedhof - Anfahrtskizze

zur Startseite