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| Fräulein
Maria und die Saatkrähe wurde uns freundlicherweise zur Verfügung gestellt von Sibylle Heinen veröffentlicht im Historienkalender 2010 vom Brune-Mettcker Druck- und Verlags-GmbH (Jeversches Wochenblatt) |
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| Fräulein
Maria von Jever wohnte im Schloss zu Jever und regierte die Stadt Jever
und das Jeverland seit vielen Jahren. Erfolgreich hatte sie ihr Erbe
mit Hilfe ergebener Männer immer wieder gegen Angriffe aus
Ostfriesland verteidigt. Schließlich gab es eine längere Zeit des Friedens, die Geschäfte in der Stadt liefen zu ihrer Zufriedenheit und die Bürger verehrten ihre Schlossherrin. So fand auch Fräulein Maria Zeit, privaten Liebhabereien nachzugehen. Mit einer kleinen Jagdgesellschaft machte sie sich auf in den upjeverschen Forst, der in ihrem Auftrag gepflegt und wildreich war. Während sie nach einem erfolgreichen Schuss auf einen Fuchs auf die apportierenden Hunde am Waldrand wartete, hüpfte eine kleine aus dem Nest gefallene Saatkrähe ihr vor die Füße und schaute sie bettelnd an. Nimm mich mit!" krächzte sie. ,,Ich will mich dir in Zukunft auch immer nützlich erweisen!" Verwundert nahm Fräulein Maria den kleinen Vogel auf, verteidigte ihn vor den anstürmenden Jagdhunden, nahm ihn behutsam wärmend unter ihren Umhang und trug ihn in das Schloss zu Jever. Die Schlossherrin kümmerte sich selbst um die Fütterung und die kleine Krähe wuchs zu einem stolzen kräftigen Vogel heran, der Fräulein Maria kaum von der Seite wich. Er beobachtete genau und trug ihr zu, was im Schloss und der nahen Umgebung geschah. Eines Tages hörte die Krähe in der Küche bei den Dienstboten, wie diese sich aufgeregt unterhielten, weil sie über Verwandte aus Aurich erfahren hatten, dass die Ostfriesen erneut einen Angriff auf Jever planten. Der schwarze Vogel erzählte Fräulein Maria davon und die Regentin setzte unauffällig alles in Gang, was für eine sinnvolle Verteidigung ihrer Stadt nötig war. Sie selbst fühlte sich alt und müde und sagte zur Krähe: ,,Ich habe die Verteidigung der Stadt einem bewährten Hauptmann überlassen, und damit er mich nicht auch noch persönlich verteidigen muss, werde ich, wenn der Angriff erfolgt, im unterirdischen Gang unter dem Schlosspark verschwinden und zu einem sicheren Platz eilen, damit ich später für die Bevölkerung wieder nützlich sein kann. Schlage du Lärm, wenn die Feinde nahen, das ist das Zeichen für den Angriff. Wenn ich dich nach einer Zeit erneut höre, werde ich wiederkommen." So geschah es: auf das Lärmen der Krähe verschwand sie im unterirdischen Gang. Der Hauptmann wehrte erfolgreich den Angriff der ostfriesischen Soldaten ab. Nur - Maria erschien nicht wieder! Die jeverschen Bürger, die von der Verabredung mit der Krähe nichts wussten, lassen seit jenen Tagen jeden Abend die Kirchenglocken läuten, damit Maria erfahre, dass wieder Friede in der Stadt sei. Die Krähe aber, weil ihr einsames Krächzen keinen Erfolg hatte, suchte sich Verstärkung. Über die Jahrhunderte wissen die vielen Krähen aber nicht mehr so ganz genau, ob sie vor den vielen Fremden in der Stadt warnen sollen oder ob sie nur krächzen sollen, um Fräulein Maria zur Rückkehr zu bewegen. siehe: Maria, Regentin von Friesland "Ich komme wieder...", Der Mariengang im Schlosspark zu Jever, von Prof. Dr. Antje Sander Krähenklatsche Krähenplage Krähen in Jever eine Stellungnahme von Werner Menke |
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