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| Maria, Regentin
von Friesland (Ouellen: Wikipedia, Schlossmuseum Jever, Generalogie-Forum und Friesland Touristik Gemeinschaft) |
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Fräulein Maria, bzw. Maria von Jever oder unser gnädig Fräulein Maria, alles Bezeichnungen für Maria Wiemken (1500-1575), drittes Kind von Edo Wiemken dem Jüngeren und dessen zweite Frau Heilwig, Grafentochter aus Oldenburg. Ihr Vater war friesischer Häuptling und ihre Mutter war die Schwester vom Grafen Johann von Oldenburg. Die Mutter starb ein Jahr nach der Geburt von Maria und der Vater im Jahr 1511. Danach wahrten vom Vater bestimmte Dorfoberhäupte als Regentschaftsrat die Vormundschaft. Der Bruder Christoph bekam eine betont ritterliche Ausbildung, als Vorbereitung für seine Rolle als Häuptling vom Jeverland. Maria und ihre zwei Schwestern, Dorothea und Anna bekamen eine typische Erziehung, die der damaligen Frauenrolle, für eine Heirat nach wirtschaftlichen und politisch günstigen Gesichtspunkten, gerecht wurde. Christopher starb (einige Quellen schreiben durch Vergiftung) bereits mit 18 Jahren und so begann Marias Führungsrolle, als Vertreterin der Dynastie Wiemken. Graf Edzard I. von Ostfriesland bedrängte das Jeverland, er demonstrierte seine militärische Stärke an der friesisch-ostfriesischen Grenze und erreichte so mit Zustimmung der Vormünder und Regenten einen Heiratsvertrag (mit seinem Sohn Enno) und erzwang darüber eine Schutzherrschaft über das Jeverland. Die Zukunft von Maria galt somit als besiegelt. Die späteren Grafen, Nachkommen von Graf Edzard I. von Ostfriesland, Enno und Johann von Ostfriesland hielten sich nicht an dieses Eheversprechen und besetzten 1527 die Jeverburg (heute das Schloss) von Jever. Maria wurde schwer gedemütigt, zwischenzeitlich starben ihre Schwestern. Seither nahm Maria eine betont anti-ostfriesische Haltung ein. Sie erhielt überraschend und unerwartet Hilfe vom ostfriesischen Drost Boing von Oldersum, der die Besatzer 1531 vertreiben konnte. Boing von Oldersum gilt bis heute als Verlobter und Geliebter von Maria; er starb während einer Belagerung von Wittmund. Maria´s Regierungsgeschäfte waren nach dem Vertragsbruch ganz auf den Erhalt und den Ausbau des jeverschen Territoriums - Herrschaft Jever - ausgerichtet. Sie hatte einen starken Willen und dank ihrer Sehnsucht nach Selbstständigkeit konnte sie das väterliche Erbe verteidigen. Durch kaiserliche Unterstützung gelang es ihr, ostfriesische Gebietsansprüche mit diplomatischen und militärischen Mitteln dauerhaft abzuwehren. Jever wurde Mittelpunkt im Jeverland und bekam den Charakter einer Residenzstadt. Zur Durchsetzung ihres eigenständigen Interesses ergriff sie mehrere Maßnahmen. Landesherrliche Ansprüche sollten im Inneren und Äußeren Ausdruck finden. So befestigte sie die Stadt durch Gräben und Wälle, die heute so genannten Graften, verlieh 1536 Jever das Stadtrecht und wandelte die Burg in ein repräsentatives Schloss um. links: das Schloss
in Jever, rechts: der
weithin sichtbare Zwiebelturm
Ebenso gestaltete sie die mehrfach abgebrannte (1382, 1532, 1728 und 1959) Stadtkirche repräsentativ aus. Hier ließ sie 1564 den Chor in eine Grabkapelle umwandeln und das Renaissance-Grabmal ihres Vaters aufstellen.
![]() 1959
abgebrannte Stadtkirche: links:
eine Zeichnung (16. Jahrhundert), rechts:
ein Foto, Anfang 20. Jahrhundert (Postkarte)
![]() links: die neue, im
Jahr 1964 erbaute ev.-luth. Stadtkirche in Jever, rechts: der
Kirchturm
![]() links: der Chorraum
als Anbau zur Stadtkirche, rechts:
ein seperater Eingang zum Chorraum
links und mitte:
Grabmal von Edo Wiemken dem Jüngeren
die Tafel im Vorraum
zum Grabmal für Erklärungen
Durch umfangreiche
Eindeichungen vergrößerte sie ihr Herrschaftsgebiet
und verschaffte diesem weitere Einkünfte, sie ließ
Siele bauen, förderte die
Rechtspflege und den Handel. Die wirtschaftliche Entwicklung wurde
hauptsächlich durch eine verstärkte
Münzprägung und die Vereinheitlichung von Massen und Gewichten gefördert.
Marienhausen baute
sie zum Sommersitz aus und im Upjeverschen
Forst, ein mittlerweile 500 Jahre alter Wald, richtete sie
einen herrschaftlichen Jagdsitz ein. Während ihrer
Regentschaft wurde das so genannte friesische Recht abgelöst
durch
Gesetzesformen, die dem römischen Recht
entsprachen. Jetzt konnten Straftaten
mit einem größeren Ausmaß nicht mehr ohne
Weiteres durch Geldbußen gesühnt
werden. Im jeverschen Landrecht aus dem Jahr 1530 waren für
Kapitalverbrechen
bereits die verschiedensten Arten von Hinrichtungen zum Tod (z. B.
durch Feuer,
Schwert, Räder) festgeschrieben. In der Hand des Landesherrn
lag die
Gerichtshoheit; Richtplatz war der alte Markt. ![]() links: Neubau
Mariengymnasium, links vom Hauptgebäude,
mitte:
Hauptgebäude Mariengymnasium
![]() Haupteingang
vom Mariengymnasium
Maria blieb ledig und starb 1575 als letzte Regentin aus dem Geschlecht der Wiemken. Zum 400. Geburtstag setzten die Jeveraner ihr ein Bronzedenkmal. Jever bezeichnet sich auch voller Stoltz, bezogen auf Maria Wiemken, als die Marienstadt. Maria ist eine historische Persönlichkeit in Jever die sehr viel für die Stadt und das Land getan hat und sie ist in der Stadt, im Straßenbild allgegenwärtig. Fräulein Maria wurde in dem Grabbau in der Stadtkirche, den sie um 1564 hatte errichten lassen, begraben. Denkmal
Fräulein Maria am Alten Markt/Schlossstr., rechts
die Inschrift auf der Tafel
Fräulein Maria lebt in der Sage und Geschichte fort. Als sie starb, wurde ein ostfriesischer Angriff befürchtet und so wurde der Tod erst einmal verschwiegen. Es wird erzählt, dass das Zimmer von Maria verschlossen und Mahlzeiten vor die Tür gestellt wurden. Damit kein Verdacht geschöpft werden konnte, soll bis zum Eintreffen von ihrem Onkel, den Grafen Johann VII. von Oldenburg, dem testamentarisch (wegen fehlender Erben) eingesetzten rechtmäßigen Erben, ein Diener heimlich die Teller leer gegessen haben. - Einer Sage zufolge soll es so gewesen sein: Diese oben beschriebene Täuschung gelang so gut, dass noch heute die Sage umhergeht, Maria sei nicht verstorben, sondern in einem unterirdischen Gang verschwunden und sie komme zurück. Aus diesem Anlass läutet man noch heute jeden Abend, um Maria den Heimweg zu weisen. - Einer weiteren Sage nach soll es so gewesen sein: In einem mit vier Hähnen bespannten Wagen wurde die Seele von Maria von Jever abgeholt. Sie wurde in einem der unterirdischen Gänge gefahren, der vom Schloss zum Himmel oder zur Hölle führte. Im Sterben hatte Maria befohlen, jeden Abend zu läuten, bis sie wiederkäme. Sie selbst hat für das Läuten, als dieses unterlassen wurde, gesorgt. Anders konnten sich das die Jeveraner nicht erklären, welche Kraft, gewaltig und unsichtbar, die Stricke der Läutewerke geschwungen wurden. - Es gibt dann noch eine Sage, aufgeschrieben vom Schriftsteller, Juristen und Politiker Ludwig Strackerjan (1825-1881) in seiner Sammlung ,,Aberglaube und Sagen aus dem Herzogtum Oldenburg, 2 Bde. 1867": Von dem Schlosse zu Jever führen mehrere unterirdische Gänge nach Upjever, Marienhausen etc. In einem dieser Gänge, und zwar, wie die meisten sagen, in dem Gange nach Upjever, soll Fräulein Maria verschwunden sein. Ehe sie hineinging befahl sie, dass man so lange jeden Abend mit den Glocken läuten solle, bis sie wiederkomme und dies ist auch bis in die neueste Zeit geschehen. Man hat später oft in die unterirdischen Gänge einzudringen versucht, um zu sehen, wo Fräulein Maria geblieben sei, aber alle, die es gewagt haben, sind darin erstickt. Nur einer ist an eine Tür gekommen. Als er die öffnet, sieht er einen Tisch aus Eisen mit drei (einem) brennenden Lichtern, unter dem Tische lag ein großer schwarzer Hund, der ihn mit feurigen Augen anglotzte. - In einer anderen Sage wird davon berichtet, dass die Glocken von alleine zur üblichen Zeit läuteten, obwohl seinerzeit während der französischen Zeit (1810-1813) das Läuten von den Franzosen verboten wurde. Ihr zu Ehren erklingt jeden Abend vom Schlossturm das Marienläuten: im Sommer um 22.00 Uhr, im Winter um 21.00 Uhr. Der tatsächliche Grund des Läutens war die von Maria eingeführte abendlichen Polizeistunde. Das Läuten sollte den Bürgern zum pünktlichen Heimweg verhelfen. Neu zum Thema ist eine fantasie-und ideenreiche Geschichte von Sybille Heinen mit einem Bezug von Maria zu einer Saatkrähen. siehe auch: "Ich komme wieder...", Der Mariengang im Schlosspark zu Jever, von Prof. Dr. Antje Sander Maria und die Saatkrähe, eine Geschichte von Sybille Heinen Krähenklatsche Krähenplage Krähen in Jever Geschichtszahlen von Jever und dem Jeverland Geschichte von Jever Redjeven Unterschiede Friesland, Ostfriesland, Ost-Friesland |
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