zur Startseite


Karl Jaspers

Karl Theodor Jaspers wurde am 23.02.1883 in Oldenburg geboren, er starb in Basel am 26.02.1967. Jaspers war ein bedeutender deutscher Philosoph.  Die Stadt Oldenburg verlieh Prof. Dr. Dr. h.c. Karl Jaspers im Jahr 1963 die Ehrenbürgerschaft.

Jaspers ist in seiner Kindheit in Ferienzeiten etliche Male bei seinen Großeltern gewesen, die in Jever im Jasperschen Haus, westlich des Schlosserplatzes, gelebt haben. Bedingt durch diesen Bezug zu Jever erhielt die Anlage zwischen Großer Wasserpfortstraße und St. Annenstraße, nördlich vom Schlosserplatz, den Namen Karl-Jaspers-Anlage.

Jaspers hat Psychatrie in Heidelberg studiert.

das Jasper Haus in Jever
Das Jaspers-Haus, gegenüber dem Schlosserplatz,
Der Großvater des Philosophen ließ es in den fünziger Jahren des
19. Jahrhunderts als Familienwohnsitz errichten
Tafel am Jasper-Haus
Tafel am "Jasper-Haus"

Denker mit friesischen Wurzeln
Zum 125. Geburtstag von Karl Jaspers/Urgroßvater war Bürgermeister in Jever
(dieser Artikel wurde uns freundlicherweise von Herrn Ingo Hashagen aus Jever zur Verfügung gestellt und ist am Samstag, 23. Februar 2008 im Jeverschen Wochenblatt erschienen)

Eine kleine Plexiglastafel (siehe oben) am großelterlichen Haus am Schlosserplatz erinnert an ihn, und vor ein paar Jahren wurde eine Grünanlage nach ihm benannt. Der Philosoph Karl Jaspers, der heute vor 125 Jahren geboren wurde und an dessen Lebenswerk in diesem Jahr mit vielen Veranstaltungen erinnert wird, hat seine familiären Wurzeln im Jeverland. Karl Theodor Jaspers wurde am 23. Februar 1883 in Oldenburg geboren. Seine Vorfahren väterlicherseits stammten aus Jever. Sein Urgroßvater war in der „Franzosenzeit“ (1811-13) Maire (Bürgermeister) in Jever. Das hinderte ihn aber nicht, gleichzeitig als Mitinhaber der Im- und Exportfirma Delius & Co. während Napoleons Kontinentalsperre an dem gewinnbringenden Schmuggel, vornehmlich mit dem damals noch englischen Helgoland, beteiligt zu sein. In nur drei Jahren kam er so zu einem namhaften Vermögen. Der Sohn erwarb aus dem Erbteil im Jahre 1843 das Gut Sanderbusch und ließ um 1857das klassizistische Haus am Schlosserplatz errichten, in dem er als Proprietär bis zum Lebensende wohnte. Der Großvater von Karl Jaspers starb 1886. Der Enkel konnte sich deshalb nicht mehr an ihn erinnern. Um so mehr verehrte er seine Großmutter, die erst 1895 verschied, als der Enkel Karl zwölf Jahre alt war. Liebevoll beschrieb er in seinen Erinnerungen die Aufenthalte in Jever. Der Zeichenlehrer Caspar Sonnekes schuf in dem stattlichen Gebäude ein wertvolles Deckengemälde und ebenfalls ein Gemälde vom gesamten Gebäude. Hein Bredendiek, der bis zum Tode von Jaspers Kontakt mit ihm hielt, hat mehrfach berichtet, dass dieses Gemälde im Büro des Philosophen in Basel hing. Der Vater von Jaspers wurde Jurist und als Amtshauptmann nach Butjadingen entsandt. Der Großherzog gab ihm mit auf den Weg: „Hüten Sie sich vor den Tantzens“, denn das war die liberale Bauernfamilie, deren Vertreter ihm im Oldenburgischen Landtag oftmals Widerstand leisteten. Der Vater verliebte sich nun ausgerechnet in Henriette Tantzen (1862-1941). Ihr Vater war als Liberaler ein großer Anhänger von Eugen Richter (Chef der Deutsch-Freisinnigen Partei), dem redebegabten Widerpart zu Bismarck, der sich von diesem einmal als „Banause“ beschimpfen lassen musste. Da Jaspers nach der Heirat nicht mit weiterer Förderung durch den Großherzog zu rechnen hatte, schied er aus dem Staatsdienst aus und wurde Mitglied der Direktion der Spar- und Leihkasse Oldenburg, deren Direktor er 1896 wurde. Nun wurde auch er Landtagsabgeordneter und Stadtratsvorsitzender in Oldenburg. Karl Jaspers war als Kind und Jugendlicher nicht besonders gesund. Er litt an Lungenkrankheiten. So konnte er die Jagdausflüge mit seinem Vater nicht recht genießen. Dagegen freute er sich auf die jährlichen Aufenthalte auf den Ostfriesischen Inseln und war begeistert von der Nordsee. In der Abendsonne fühlte er sich „wie verzaubert“. Seine Schulzeit hat Jaspers als unangenehm empfunden und befand sich oft in Opposition zu Lehrern und Direktor. Er war ein Freigeist, der die militärische Disziplin der Schule ablehnte. Ihm drohten gar der Rauswurf und die „Strafversetzung“ nach Jever. „Das war ein für mich undenkbarer Gedanke. Bei meinen Eltern wollte ich bleiben“, erinnerte er sich später. Seine Reifeprüfung fiel letztlich so gut aus, dass er von der mündlichen Prüfung befreit war. Nach anfänglichem Jurastudium wechselte er zur Medizin, arbeitete von 1908 bis 1915 in der Psychiatrischen Klinik in Heidelberg, habilitierte 1913 bei Winkelband für Psychologie und wurde 1916 Extraordinarius für Psychologie in Heidelberg. Im Sommer 1907 hatte der Medizinstudent Karl seinen Kommilitonen Ernst Mayer kennengelernt, der einer orthodox jüdischen Kaufmannsfamilie aus Prenzlau entstammte und ein lebenslanger Freund wurde. Nicht nur das, er wurde auch sein Schwager, denn Ernst hatte eine Schwester, die vier Jahre älter als Karl Jaspers war, aber dessen große Liebe wurde. Gertrud Mayer hieß sie und mit ihr musste Jaspers die Verfolgungen im Nazi-Regime durchstehen, mit Berufs- und Publikationsverbot für ihn und ständiger Angst um das Leben seiner Frau. Nach dem Krieg war Jaspers nicht mit dem politischen Kurs der Bundesrepublik einverstanden, schrieb darüber einige Bücher, und siedelte über in die Schweiz. Jaspers hatte sich zunehmend der Philosophie gewidmet (1921 wurde er Professor der Philosophie) und hat eine große Anzahl philosophischer Schriften verfaßt, so z. B. schon 1931 über „Die geistige Situation der Zeit“ oder nach dem Zweiten Weltkrieg: „Wohin treibt die Bundesrepublik?´“. In den 50-er und 60-er Jahren wurde Jaspers vielfach im In- und Ausland geehrt, so auch zum Ehrenbürger der Stadt Oldenburg ernannt. Auch Jever wollte ihn auf Hinwirken von Hein Bredendiek ehren und den Philosophenweg in „Karl-Jaspers-Weg“ umbenennen. Nach einem Brief einer dortigen Anliegerfamilie an Jaspers, man wolle den alten Namen behalten, bat Jaspers die Stadt, von einer Umbenennung abzusehen. Erst die Stadtverwaltung hatte vor einigen Jahren die Idee, die bis dahin nicht offiziell benannten Grünanlagen in der Nähe des Jasperschen Hauses nach dem Philosophen zu benennen. So wurde der Spross der alten jeverschen Familie doch noch spät gewürdigt und wird somit späteren Generationen in Erinnerung bleiben. Die Eheleute Jaspers wurden sehr alt. Ausgerechnet am 90. Geburtstag seiner Frau am 26. Februar 1969 starb der Philosoph mit 86 Jahren.




zur Startseite