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| Butenjeveraner:
Wenn der Wind weht über die Höhen und der Winter
naht... ...dann ist es Zeit für Boßeln, Grünkohl und Pinkel von Hermann Janssen, Butenjeveraner in Ottobeuren (Unterallgäu) |
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Er kam einst von hoch droben her und es fiel ihm schwer, zu verzichten auf sein Meer. Aber noch schlimmer war die Lust auf Boßeln, Grünkohl und Pinkel. Die Rede ist hier von dem Butenjeveraner Hermann Janssen, der seit 1982 in Ottobeuren im Unterallgäu lebt mit seiner Münchener Frau und seinen beiden Töchtern. Er ist Lehrer an einer Grundschule in Memmingen. Butenjeveraner nennt sich derjenige, der in Jever/Friesland geboren ist und jetzt woanders lebt. Nun schon über 20 Jahre pflegt er einen alten friesischen Brauch, das Boßeln. Das ist eine Art Straßenkegeln. Zwei Mannschaften mit je 5 Spielern stehen sich gegenüber und versuchen, eine Boßelkugel solange wie möglich auf der Straße zu rollen. Der Spieler der Gegnermannschaft muss nun versuchen, ebenfalls seine Kugel soweit zu rollen. Gelingt ihm das nicht, ist der 2. Spieler seiner Mannschaft dran und muss nun wenigstens mit einem 2. Versuch soweit kommen: Gelingt dies ebenfalls nicht, also zwei Spieler schaffen es nicht soweit wie ein Spieler, hat die erfolgreiche Mannschaft einen „Schoet“ gemacht, vergleichbar mit einem Tor beim Fußball. Die Spielregeln klingen relativ einfach, doch in der Praxis auf der Straße kommt es immer wieder zu Unstimmigkeiten, die dann aber rasch bei einem guten Schluck beigelegt werden. Immer samstags vor dem 1. Advent versammelt Janssen eine Schar von Leuten um sich, um in Eiseskälte bei Brandholz den Sport zu frönen, den seine Urgroßväter noch in langen Unterhosen auf den Straßen Ost-Frieslands ausübten. Es sind Freunde von ihm aus Ottobeuren oder näheren Umgebung wie z. B. Heimertingen, aber auch inzwischen aus Oberbayern, Franken, Hessen und sogar aus Nordrheinwestfalen (die es viel näher nach Ost-Friesland hätten). Gefunden hat man sich durch Mundpropaganda „Ich kenne einen, der hätte da auch viel Spaß bei, darf ich den mitbringen?“ Eine komplette Mannschaft, die nun schon seit mehr als 10 Jahren dabei ist, schart sich um den Landschaftsarchitekten und Schatzmeister von "ProNahUnterallgäu e. V." Wilhelm Daurer. Daurer hatte 1993 den ausgezeichneten Artikel von Albert Hefele, eines ehemaligen Nachbarn von Janssen, über das Boßeln in der Memminger Zeitung gelesen und ihn daraufhin angerufen. Er hätte Studienfreunde aus Weihenstephan, die durch norddeutsche Kommilitonen an den Friesensport gekommen sind und ob er mit denen mal kommen dürfe. Für Janssen war es natürlich klar: endlich ein unbekannter Gegner. Die Schar wuchs und wuchs und alle waren sich einig, Janssen sollte doch mal ein Turnier organisieren, damit man etwas mehr zum Boßeln kommt. Nun findet heuer schon zum 10. Male das Ottobeurer Boßel-Turnier statt. Wie schon erwähnt, kommen die Teilnehmer von fast überall her. Sechs Mannschaften kämpfen dann von 11 Uhr bis 16 Uhr auf der Straße zwischen Brandholz und Bossarts um den HerJevermann-Pokal. Natürlich darf für einen waschechten Jeveraner sein Jever Pilsener als Marschverpflegung nicht fehlen. Ebenfalls gestärkt durch Semmeln halten es dann die Teilnehmer bis zum Abend aus, wenn es zum gemütlichen Teil übergeht, der großen Kohl- und Pinkelpartie. Nein, nicht wie Sie denken! Pinkel ist eine geräucherte Grützwurst. Im Winter sind sogenannte “Kohl- und Pinkelfahrten“ zu Landgasthöfen in Norddeutschland sehr beliebt. So ist das Ziel nun schon seit 7 Jahren das Cafe Günztal in Ottobeuren, wo Janssen auf einen sehr verständnisvollen Wirt gestoßen ist. Den Grünkohl kocht Janssen dabei selbstverständlich selbst nach altem Hausrezept. Nach dem Essen werden die Kohlkönigin und der Kohlkönig gekürt. Es werden diejenigen, die am längsten gegessen haben. Manchmal wird sich aber auch jemand ausgeguckt. Nach dem Königswalzer geht es dann zünftig mit Liedern und Spielen lustig weiter, wobei der plattdeutsche Sprach-Wettbewerb natürlich nicht fehlen darf. Nach einem langen, strengen Tag freut sich dann jeder auf sein Bett. Einladung zu einem Boßel-Turnier mit anschließendem Kohl- und Pinkelessen im "Allgäu" im Jahr 2010
externe
Links: Ein Volks- und Leistungssport - friesische Sportart Boßeln und Klootschießen, der Friesensport im InternetKlootschießer- und Boßelverein Wiefels |
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Eine kleine
Fotogeschichte zum Ablauf des
Boßel- und Grünkohlfestes:
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links: so lockt
Hermann Janssen seine Gäste, mitte: Hermann
Janssen bei der Begrüßung seiner Gäste, rechts: Hermann
Janssen beim Boßeln
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![]() links: Hermann Janssen mit seiner Mannschaft, mitte: mal beiFrühlingswetter, rechts: mal bei Winterkälte |
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![]() links: Grünkohl mit
Pinkel, mitte:
Hermann Janssen umgeben von dem
Königspaar - anstatt Orden bekommen
die Königin und der König jedes Jahr
ein neu gestaltetes T-Shirt,
rechts: grad
zünftig geht´s zu
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