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Alfred Onnen    

Ob Alfred Onnen berühmt ist, können wir nicht beurteilen, er ist wohl heutzutage auch nur wenigen Menschen bekannt, er ist aber eine erwähnenswerte Persönlichkeit, die in Jever gelebt, gewirkt und gearbeitet hat. Er war nicht  nur örtlich, sondern auch im niedersächsischen Landtag und im Bundestag politisch für die FDP (Freie Demokratische Partei) aktiv. Alfred Onnen hat entscheidend mitgewirkt an der Verfassung, hier insbesondere am Wahlrecht und war damals einer der führenden Köpfe seiner Partei.

Alfred Onnen wurde am 11. Dezember 1904 in Hohenkirchen geboren und ist am 16. Mai 1966 in Jever verstorben. Er war Jurist und FDP-Politiker. Sein Abitur machte er 1924 am Mariengymnasium in Jever. Er ging dann nach Freiburg (Breisgau), München, Wien und Göttingen um Rechtswissenschaften und Volkswirtschaft zu studieren und beendete das Studium mit beiden juristischen Staatsexamen. Mehrere Jahre arbeitete er als Referendar und Assessor an verschiedenen Orten in Deutschland und ließ sich später als Rechtsanwalt in Berlin nieder. Während des zweiten Weltkrieges war er Soldat. Danach eröffnete er eine Kanzlei in der jeverschen Fräulein Marien Straße und wirkte als Rechtsanwalt und Notar.

Nach dem Eintritt im Jahr 1945 in die FDP war Onnen zuerst vom 23. September 1946 bis zum 1. Sepember 1949 als Bürgermeister in Jever politisch aktiv und hatte auch ein Mandat im Kreistag von Friesland. Im Jahr 1947 wurde er stellvertretender Landesvorsitzender seiner Partei in Niedersachsen. Über die niedersächsische Landesliste seiner Partei kam er 1949 in den Bundestag und gehörte ihm auch den Großteil der zweiten Legislaturperiode bis zu seinem krankheitsbedingten Ausscheiden am 6. Oktober 1957 an. In der Zeit von 1952 bis 1954 gehörte er zum Bundesvorstand der FDP und in der Zeit von 1953 bis zum 9. November 1954 war er stellvertretender Vorsitzender des Bundestagsausschusses für Bau- und Bodenrecht. Entscheidend mitgewirkt hat Onnen als Mitglied des Wahlrechtsausschusses bei der Vorlage eines Entwurfes zum neuen Wahlgesetz für die bundesdeutsche Verfassung. Es handelte sich um die Fünf-Prozent-Sperrklausel gegen die Bildung von Splitterparteien, die in das Wahlgesetz aufgenommen worden ist. Alfred Onnen war auch Mitglied einer dreiköpfigen Untersuchungskommission, zusammen mit Thomas Dehler und Fritz Neumayer, zur Aufklärung der Affäre um den Naumann-Kreis. Dabei handelt es sich um eine Affäre, die eine dunkle Vergangenheit innerhalb der FDP zeigt, die auch in der 19. Ausgabe vom Spiegel aus dem Jahr 1953 (hier als PDF-Datei) Beachtung fand; mehr dazu können Sie hier lesen.

Im Jeverland war der Natur- und Hundefreund Alfred Onnen als wortgewandter Jurist bekannt und er war maßgeblich an der seinerzeitigen politischen Stärke der FDP in der Region beteiligt. Die Änderung des Wahlgesetzes brachte ihm auch große Anerkennung beim damaligen Bundeskanzler Konrad Adenauer ein. Dieser soll einmal lobend gesagt haben: "Sie sind ein junger, fähiger Mann, aber leider in der falschen Partei.

Alfred Onnen mit Theodor Heuss bei einer Veranstaltung in Wilhelmshaven

Mit freundlicher Genehmigung „ Foto: Jeversches Wochenblatt - Friesisches Tageblatt “
erschienen am 23. Mai 2009
(Sie können durch Anklicken ein grösseres Foto erhalten)

Auf einer grossen Veranstaltung in Wilhelmshaven:
Alfred Onnen vorne rechts,
links daneben der seinerzeitige Ministerpräsident von Niedersachsen, Hinrich Kopf (mit Hut),
Theodor Heuss (ebenfalls mit Hut) ist vorne der vierte von rechts


(Quellen: Jeversches Wochenblatt vom 23. Mai 2009, Wikipedia, Der Spiegel)



externe Links:

(siehe Hinweis)

   
Der Spiegel 19/1953
Udo Leuschner / Geschichte der FDP (2)




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